Commanderie van Sint Jan in Nimwegen

Franseplaats 1 · Nimwegen · seit 1196

Acht Jahrhunderte
unter einem Dach

Hospital für Pilger. Kloster. Kaserne. Wallonische Kirche. Ruine. Weinhaus. Studentenverbindung. Museum. Und seit 1999 wieder das, was es 1495 auch schon war: ein Ort, an dem Bier gebraut wird.

scrollen

In den Niederlanden gibt es wenige Gebäude, über die so viele Jahrhunderte hinweggegangen sind, ohne dass das Licht je lange aus war.

Das ist die Geschichte der Commanderie van Sint Jan, und der Menschen, die immer wieder etwas daraus gemacht haben.

Die Ritter
Kupferne Braubottiche mitten im Brauereicafé
Die kupfernen Bottiche stehen heute mitten im Café.

1495

Elf Betten und ein Vorrat Hopfen

Ein Inventar von 1495 zählt elf Betten im Kloster, und Hopfen im Lager. Hier wurde also schon gebraut, fünfhundert Jahre bevor wir den ersten Kessel anzündeten.

Kirche, Kaserne, Krieg

22. Februar 1944

Ein Volltreffer

Das Irrtumsbombardement legt die Nimwegener Innenstadt in Trümmer. Die Commanderie erhält einen Volltreffer. Das Gebäude ist dann schwer beschädigt, aber noch zu retten. Was das Bombardement nicht vollendete, erledigten Anwohner: das Haus wird nach Baumaterial ausgeraubt. So verwandelt sich die Commanderie doch noch in eine Ruine, von der nur die Keller, das Türmchen und die westliche Spitze stehen bleiben.

Foto: Katholieke Illustratie, 1958, Archiv De Hemel

Das Weinhaus
Gäste bei Kerzenlicht in der Commanderie, 1958
Der Innenraum wurde vollständig von Kerzen erhellt; für diese Aufnahme musste der Fotograf blitzen. Katholieke Illustratie, 1958.

1952

Van Weel kauft eine Ruine

Der Antiquitätenhändler J.Th. van Weel kauft die Überreste von der wallonischen Gemeinde und beginnt zwischen den Trümmern Das Weinhaus. Er finanziert die Restaurierung vollständig aus eigener Tasche. Es wird rasend schnell ein Begriff.

1958 genehmigt die Gemeinde den Wiederaufbauplan De Vijf Heuvelen, ohne die Commanderie. Van Weel ficht den Abriss an. Er gewinnt.

Lies den Artikel von 1958 in der Katholieke Illustratie (pdf)

Huis van de Nijmeegse Geschiedenis · Katholieke Illustratie, 1958

Die Commanderie kurz nach dem Wiederaufbau, 1975
Kurz nach dem Wiederaufbau, März 1975. Foto A.J. van der Wal, Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Objektnr. 20167904, CC BY-SA 4.0

1974

Museum in einem wiederaufgebauten Haus

1969 wird das Gebäude Rijksmonument und die stillgelegten Restaurierungspläne werden wieder aufgenommen; 1970 beginnt der Wiederaufbau. Die romantischen Zutaten kommen heraus, das Haus wird auf den Zustand vor der wallonischen Kirche zurückgebracht. Am 28. Oktober 1974 öffnet das Nijmeegs Gemeentemuseum seine Türen. Die Pläne stammen vom Architectenbureau Leeuwenberg en Volders aus Utrecht, die Ausführung steht unter der Leitung von ir. J.L. Volders. 1998 zieht die Sammlung nach Kelfkensbos und geht in Museum Het Valkhof auf.

1969 bis 1974

Die Zeichnungen, mit denen dieses Haus neu aufgebaut wurde

Auf dem Zeichentisch des Architectenbureau Leeuwenberg en Volders in Utrecht wurde die Commanderie Linie für Linie neu erdacht. Fassade für Fassade, Schnitt für Schnitt, bis hin zu den Bäumen auf der Franse Plaats. Diese Blätter liegen bei uns im Archiv. Ziehe oder scrolle, um weiterzuschauen, klicke zum Vergrößern.

Bauzeichnung Nordfassade Commanderie van Sint Jan
Nordfassade, Blatt 11Die lange Fassade an der Franse Plaats, genau so wie sie nach dem Wiederaufbau stehen sollte. Links unten der Stempel des Zeichenbüros.
Bauzeichnung Schnitt und Ostfassade Commanderie van Sint Jan
Schnitt und Ostansicht, Blatt 6Links die Fassade, rechts das Haus aufgeschnitten. Du blickst so in das Dach, die Etagen und die Keller hinein.
Kolorierte Perspektivskizze der Franse Plaats bei der Commanderie
Perspektivskizze Franse PlaatsMit Bleistift koloriert, samt kahlen Bäumen, Bänken, geparkten Autos und Spaziergängern. So sollte sich der Platz anfühlen.
Lagezeichnung Commanderie van Sint Jan, Maßstab 1 zu 500
Lageplan, Maßstab 1 zu 500, Blatt 13Das Gebäude als Solitär auf dem Platz, mit der Baumreihe entlang der Nonnenstraat und einer Liste handschriftlicher bautechnischer Hinweise.
Grundriss Erdgeschoss Commanderie van Sint Jan
Grundriss ErdgeschossDie Aufteilung, mit der das Haus 1974 als Museum öffnete. Dieselben Mauern, hinter denen heute das Restaurant, das Sudhaus und das Brauereicafé liegen.

Originalblätter aus dem Archiv von De Hemel. Architectenbureau Leeuwenberg en Volders, Biltstraat 97 Utrecht.

Das Bier kehrt zurück
Vier hausgebraute Biere von De Hemel

1996

Nach hundert Jahren wieder eine Stadtbrauerei

Am 14. Mai 1996 eröffnet Herm Hegger die Stadtbrauerei De Hemel im Brouwershuis an der Steenstraat. Zum ersten Mal seit fast einem Jahrhundert wird wieder in Nimwegen gebraut.

Kaffeebohnen in der Trommel des Rösters an der Franseplaats
Kaffee rösten an der Franseplaats, ein Handwerk, das hier seit 2001 nie mehr weggegangen ist.

2001

Kaffee in der Commanderie

Kaffeehaus und Rösterei Coffyn lässt sich an der Franseplaats 1 nieder: eine Initiative der Pflegeorganisation Pluryn, bei der Menschen mit einer Behinderung im Kaffeeatelier und in der Gastronomie arbeiten. Coffyn bleibt bis 2015 und zieht dann nach Malden.

coffyn.nl

Die Familie De Roo
Service auf der Terrasse im Innenhof

2011

Selmar und Ilfa

Im April 2011 übernimmt Selmar de Roo De Hemel von seinem Vater. Zusammen mit Ilfa baut er weiter, mit viel Liebe und Leidenschaft für das Fach und für dieses Gebäude.

Holy Beans Kaffee im Laden von De Hemel

2015

Ilfa beginnt Holy Beans

Coffyn zieht nach Malden. Statt den Kaffee gehen zu lassen, beginnt Ilfa de Roo im Dezember 2015 an derselben Stelle ihre eigene Rösterei: Holy Beans. Sie röstet dort den Kaffee für alle Betriebe des Horecalegioen. Seitdem wird hier unter demselben Dach Bier gebraut und Kaffee geröstet, ein paar Meter voneinander entfernt.

2025

Damals und heute

Eine gründliche Renovierung. Dieselbe Balkendecke, dieselben Mauern, dieselben kupfernen Kessel, aber so wie sie gemeint waren. Und ein Laden vor Ort, in dem alles, was hier gemacht wird, auch mit nach Hause kann.

2012 bis 2026

Schiebe die Jahre übereinander

Dieselben Mauern, dieselben Balken, dieselben kupfernen Kessel. Ziehe den Griff, um zu sehen, was in der Zwischenzeit geschehen ist.

Das Sudhaus von De Hemel vor der RenovierungDas Sudhaus von De Hemel nach der Renovierung20122026
Das Sudhaus. Die Kessel stehen noch da, der Rest ist neu erdacht.
Die Bar des Brauereicafés vor der RenovierungDas Brauereicafé von De Hemel nach der Renovierung20182026
Das Brauereicafé. Grün, Holz und Pflanzen, und der Kamin wieder in der Mitte.

Das Fundament von Het Horecalegioen

Alles was Het Horecalegioen heute ist, begann hier, in einem Gebäude, das sich seit acht Jahrhunderten weigert zu verschwinden. Von De Hemel zu neun Betrieben in und um Nimwegen, Stück für Stück ikonische Orte mit einer eigenen Geschichte.

De HemelDe PelgrimHotel CredibleHotel PauwIn de KazerneCafé van OudsRenato’sStroom LentDe Wolfsberg

Einen Tisch reservieren

Historische Fotos: Sammlung Regionaal Archief Nimwegen (Fotopersbureau Gelderland / J.F.M. Trum) und Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, beide CC BY-SA 4.0. Bild von 1958: Katholieke Illustratie, Archiv De Hemel.